Vor mehr als vierzig Jahren habe ich, gemeinsam mit meiner Frau Elisabeth, die Jung’sche Psychologie als Ansatz zu einem inneren Entwicklungsweg entdeckt. Später haben uns Za-Zen bei P. Hugo Enomiya Lassalle und P. Niklaus Brantschen, Tao Yoga bei verschiedenen Lehrern, Schulung bei indischen Meistern sowie die Erfahrung der Reinkarnations-Therapie in den USA, je während mehrerer Jahre, weitergeführt.

Der Verschiedenheit dieser Wege verdanken wir die Erfahrung des allumfassenden Einen Seins als Essenz aller religiöser und spirituellen Traditionen. Dort entdeckten wir die unverlierbare Aufgehobenheit und die uns innewohnende Quelle unbegrenzter Liebe und Weisheit. Ja, wir sind ganz persönlich gemeint, als einzigartige Aspekte des Einen Seins mit einem Reichtum an Potenzialen, die durch uns gelebt sein wollen!

Diese Fülle will aus offenem und freien Herzen mit der Welt geteilt sein: durch die Gesamtheit unseres Fühlens, Denkens und Handelns.

Damit uns dies immer wieder aufs Neue zunehmend gelingt, gilt es unsere Schattenseiten anzunehmen und zu respektieren: unsere ungeliebten Eigenschaften, unsere individuellen Prägungen, ebenso wie die in unseren Tiefen gespeicherten Schmerzerfahrungen unserer Vorfahren: über Familie, Sippe, Ethnie zurück, bis über den Beginn des Menschseins überhaupt.

Wenn wir uns den kaum je endenden Herausforderungen verweigern, werden äussere Ereignisse unsere alten Muster aktivieren und emotionale Wellen auslösen, die unsere Sicht vernebeln und unser Verhalten bestimmen.

Die gelebte Gleichzeitigkeit des erfahrenen Wissens um die ursprüngliche Einheit sowie der Herausforderungen des Alltags führt unweigerlich in ein neues Verständnis gemeinschaftlicher Mitverantwortung; es geht um Kooperation als engagierte Weltbürger, jenseits aller ethnischen, nationalen, politischen und religiösen Trennlinien, lokal wie global.